Kopernikus Gymnasium Torgelow - 1947 - 2004

Wo blieb die "Galerie im Keller"?

Aus dem Keller in die helle Villa

Von unserer Mitarbeiterin

Andrea Schneider

Im Rahmen der 50. Torgelower Festtage und anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Kunstvereins Torgelow wurde in der Villa an der Uecker eine besondere Ausstellung eröffnet. Sie zeigt die 27 schönsten Arbeiten aus dem Fundes der „Galerie im Keller“.

Torgelow.Kunst ist Luxus, den der Mensch braucht – dieses Zitat von Bertolt Brecht ist eine Maxime des Kunstvereins Torgelow. Am Dienstagabend feierte er sein fünfjähriges Bestehen mit vielen geladenen Gästen in seinem Sitz, der Villa an der Uecker in Torgelow.

Vereinschefin Helga Obermüller freut sich, dass der Verein zu diesem Anlass eine Sonderaustellung eröffnen konnte, die die schönsten Arbeiten der „Galerie im Keller“ zeigen. Was es mit dieser auf sich hat, erläuterte Ralf Manteufel in seiner Rede, in der er einen geschichtlichen Abriss der Geschehnisse seit 1956 darlegte.

In dieser Zeit wurde der Grundstein der heutigen Torgelower Sammlung von Schülern der EOS (Erweiterte Oberschule) „Kopernikus“ gelegt. Auf einem Grafikbasar in Berlin konnten in den folgenden Jahren weitere Arbeiten erworben werden. Im Jahre 1970 wurde dann die Idee des Kunstlehrers Hans-Joachim Althaber umgesetzt, die Kellerräume der Schule zu Ausstellungszwecken zu nutzen. Durch enge Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern der Region Neubrandenburg sowie der Kunsthochschule Berlin-Weißensee wurde die Kunstsammlung sukzessive erweitert.

Ralf Manteufel erlebte diese Zeit als Schüler selbst mit und viele Jahre später, von 1998 bis 2006, übernahm er die Verantwortung für die Sammlung, die durch Schenkungen und Zukäufe über die Kreisgrenzen hinaus immer bekannter wurde.

Was sollte aus diesem Kunstschatz werden, als das Kopernikus-Gymnasium 2007 geschlossen wurde? Die Stadt wollte die Sammlung unbedingt erhalten und wendete „sanften und bisweilen stärkeren Druck“ an, wie es Stadtpräsidentin Marlies Peeger in ihrer Festrede ausdrückte, dass ein Verein gegründet werden sollte, der sich um die Belange der Sammlung kümmere. Ein Gründungsmitglied war damals Marlen Kötteritzsch, die schon viele Jahre einen Malzirkel in Torgelow leitete. Sie ist bis heute die gute Seele im Verein und mit Herzblut bei der Sache. „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, den Menschen der Region Verständnis und Sinn für bildende Kunst nahe zu bringen“. Die ehrenamtliche Tätigkeit ist mit viel Engagement und Zeitaufwand verbunden. Allein für die Sonderaustellung mussten aus den mittlerweile 670 Werken 27 Exponate ausgewählt werden, die von verschiedenen Künstlern stammen und mit unterschiedlichsten Techniken ausgeführt wurden. Ob Holzschnitt, Aquarell, Farbdruck, Radierung oder Federzeichnung – die Bilder sind allesamt wunderschön, imposant und absolut sehenswert. Mit durchschnittlich 60 bis 70 Kunstinteressierten, die die sechs verschiedenen Ausstellungen der Villa pro Jahr nutzen, ist Marlen Kötteritzsch schon recht zufrieden, wobei noch viel Luft nach oben bleibt. Die derzeitige Sonderausstellung ist täglich zwischen 10 und 17 Uhr für das Publikum geöffnet.

 http://www.nordkurier.de/cmlink/nordkurier/lokales/ueckermuende/aus-dem-keller-in-die-helle-villa-1.443000 30.12.2013

 

 

Kunstbuch Nummer 27 erinnert an Torgelower „Galerie im Keller“

 

Eggesin. Das neue Jahr beginnt gleich mit einem neuen Kunstbuch, dem 27. der „Kunstbuchreihe 26“. Dieses Buch mit dem Titel „Die Kunst, die Sonne und der Mond“ ist wieder etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal sind Arbeiten von zwölf Künstlern in einem Buch zu sehen. Darunter sind sechs Künstler, die bereits mit wenigstens einem Buch an der Kunstbuchreihe teilnehmen: Hans-Joachim Althaber, Torgelow, Peter Hellmundt, Lübeck, Uwe Houdelet, Pasewalk, Dietmar Materna, Berlin, Dagmar Glaser-Lauermann, Berlin und Prof. Armin Münch, Rostock. Erstmals mit Bildern in einem Buch der Reihe sind vertreten: Bruno Bernitz, Berlin, Frank Glaser, Berlin (beide bereits verstorben), Falko Behrendt, Lübeck, Wolfram Schubert, Potzlow, Joachim Lautenschläger, Neustrelitz und Werner Schinko, Röbel. Alle zwölf Künstler hatten bereits Ausstellungen in der Galerie im Keller des Kopernikus-Gymnasiums Torgelow und sind dadurch mit Torgelow, mit der Galerie und dem Thema eng verbunden. Das Buch erinnert an die „Galerie im Keller“ und zeigt bekannte und aktuelle Arbeiten, einige erstmals in diesem Buch. Alle Titel sind auf der Internetseite www.kunstbuchreihe-26.de aufgeführt. In diesem Jahr sollen weitere interessante Kunstbüchern erscheinen, aller Voraussicht nach mit zunehmender internationaler Beteiligung, zum Beispiel mit Künstlern aus Stettin, kündigte Walter Graupner an. Alle Künstler der Region bleiben weiter eingeladen, sich mit einer Auswahl ihrer Bilder oder anderen künstlerischen Arbeiten an der Kunstbuchreihe zu beteiligen.(NK)

http://www.nordkurier.de/cmlink/nordkurier/lokales/ueckermuende/kunstbuch-nummer-27-erinnert-an-torgelower-galerie-im-keller-1.382385 30.12.2013